07.08.2019

Ein Anruf bei... Frau Gisela Munk, Inhaberin Peter Munk Immobilien e.K.

Hallo Frau Munk, vielen Dank, dass Sie sich für ein kurzes Gespräch mit uns Zeit nehmen.

Seit fast 30 Jahren sind Sie mit Ihrem Unternehmen selbständig. Können Sie uns einen kurzen Überblick über Ihren Werdegang geben?
Nun ja, im Immobiliengeschäft bin ich seit gut 32 Jahren. Nach der sogenannten Babypause sammelte ich bei einem Schwabacher Bauträger erste Erfahrungen in der Branche und machte mich selbständig. Am 1.1.1990 wagte ich dann den Schritt und gründete das Unternehmen. Und fast 30 Jahre später gehe ich meiner Leidenschaft für diesen Beruf noch immer nach. Mein Mann ist als Hausverwalter ebenfalls in diesem Bereich tätig, somit hatte ich auch privat den perfekten Background.

Ihr Immobilienbüro zeichnet sich durch langjährige feste Kundenbeziehungen aus. Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Der Erfolg gründet sich im Beginn einer solchen Kundenbeziehung. Das Erstgespräch mit meinen Kunden findet meist in unseren Büroräumen statt. So können die Wünsche und Möglichkeiten gezielt in privater Atmosphäre besprochen werden und in weiteren Gesprächsterminen kann dann ein perfekt passendes Konzept für das Kundenanliegen berarbeitet werden. Nur wenn man auf alle Wünsche der Kunden genau eingeht, ihnen aber auch ehrlich die Grenzen des Möglichen aufzeigt, wird man 100%ige Zufriedenheit erreichen. Ich arbeite schon immer mehr kunden- als objektorientiert.

Darüber hinaus kann ich durch mein hervorragendes Netzwerk und den engen Kontakt zu Branchenkollegen sämtliche weiteren Anliegen meiner Kunden, ob Finanzierung, Steuerangelegenheiten, Renovierung oder sogar Umzugshilfe, abdecken. So fühlt sich der Kunde stets gut betreut und empfiehlt mich gerne weiter. Oftmals freue ich mich Jahre später über neue Kunden, die sich durch solch eine persönliche Empfehlung bei mir melden.

Die Marktsituation ist angespannt. Wie ist Ihre Einschätzung, besonders auf die mögliche Entwicklung?
Oh, das ist ein Thema, über das wir nun stundenlang sprechen könnten. Um Ihnen eine Zusammenfassung zu geben, ich finde, die Politik hat mit ihren Maßnahmen, sprich z. B. Mietpreisbremse und Bestellerprinzip, versagt. Das ist schlicht der falsche Weg, dadurch stehen der Bevölkerung auch nicht mehr Wohnungen zur Verfügung. Meiner Meinung nach sollte der Fokus auf mehr sozialen Wohnungsbau liegen, außerdem sollte der Prozess zur Bewilligung von Baugenehmigungen stark beschleunigt werden. Auch könnte  man den Mietwohnungsbau durch Steueranreize für Bauherren und Investoren noch interessanter machen. Ein weiterer Punkt ist der verstärkte Ausbau des Nahverkehrs in umliegenden Gebieten. Eine gute Infrastruktur macht auch Randgebiete für Käufer attraktiv.

Sie sind seit vielen Jahren Mitglied in der NIB – der Nürnberger Immobilienbörse. Welche Vorteile hat dies für Sie aber auch Ihre Kunden?
Vor 29,5 Jahren bin ich beigetreten und halte den fachlichem Gedankenaustausch nach wie vor für eine wichtige Bereicherung für alle Mitglieder. In Zeiten ohne E-Mail und  Internet waren natürlich auch die durchgeführten Gemeinschaftsgeschäfte ein wichtiger Faktor. Denn durch das NIB-Netzwerk sind sämtliche Bereiche der Immobilienbranche abgedeckt. Durch die hervorragende Zusammenarbeit profitiert letztendlich besonders der Kunde.

Das Bestellerprinzip erhitzt aktuell die Gemüter. Hauptziel ist eigentlich die Entlastung der Immobilienkäufer. Aber die Kritik vieler Experten ist groß. Warum?
Die Kritik verstehe ich durchaus. Warum soll die Politik bestimmen, wie viel Provision einer bekommt oder nicht? In anderen Wirtschaftszweigen interessiert das auch keinen. Kurz gesagt, egal wie es kommendes Jahr umgesetzt wird, gute Makler haben nichts zu befürchten. Es ist nur gerecht, dass nicht nur der Käufer die Provision bezahlen muss. Aber letztendlich wird in den meisten Fällen die anteilige Provision einfach auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden und im Endeffekt bezahlt der Kunde dann doch wieder den vollen Preis.

Als Immobilienexpertin sind Sie auch an der VHS Fürth als Dozentin tätig. Was bringen Sie in Ihren Seminaren und Vorträgen den Zuhörern näher?
Vor gut 13 Jahren habe ich damit in Cadolzburg bei der VHS begonnen, schlicht weil mir die Beratung einfach Freude bereitet und ich zeigen möchte, was einen kompetenten Makler ausmacht. Mittlerweile halte ich Vorträge und Seminare auch in Fürth oder am BZ in Nürnberg. Die Nachfrage ist sehr groß und das Feedback durchweg positiv. Gerne
gebe ich Tipps und Tricks zu Kauf, Verkauf und Vermietung an die Zuhörer weiter und gewähre so einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben eines Immobilienmaklers.

Vielen Dank für das informative Gespräch!